Können Männer Feministen sein?

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Vor einigen Tagen habe ich einen Vortrag vom Islamwissenschaftler Jens Leutloff in Schellhorn gehört, Thema „Frauen im Islam“. Ich war vorher ziemlich skeptisch, ob ein Mann die Kompetenz haben kann, über dieses Thema zu referieren. Danach war ich es nicht mehr.

Jens Leutloff spricht nicht nur fließend Arabisch und ist in der Lage, die verschiedenen Übersetzungsmöglichkeiten des Koran zu erklären, er hat auch Jahre in verschiedenen arabischen Ländern gelebt. Durch ihn habe ich also erfahren, daß die Unterdrückung und Misshandlung von Frauen nichts mit dem Koran zu tun hat und daß es eine starke feministische Bewegung unter muslimischen Frauen gibt. Am schlimmsten haben es Frauen wohl in Afghanistan getroffen, vor allem, wenn sie zur Ethnie der Paschtunen gehören. Dort werden sie als gleichrangig mit Vieh gewertet und genau so behandelt. Ich erfuhr auch, daß die überwiegende Mehrheit der ägyptischen Frauen beschnitten und somit ihrer vollen sexuellen Erlebnisfähigkeit beraubt ist. Jens Leutloff scheint kein religiöser Mensch zu sein (wenn ich das richtig mitgekriegt habe), aber er sagte bemerkenswerterweise, daß in seinen Augen Frauen besonders gewürdigt werden müssten, da sie doch eng mit dem Mysterium des Lebens verknüpft sind. Solche tiefgehende Einsicht aus dem Munde eines Mannes, da kann ich nur sagen: Alle Achtung! Er sagte auch, daß er durch seine Erfahrungen in den arabischen Ländern zum glühenden Feministen geworden ist. Das habe ich ihm glatt geglaubt

Es ging auch um das Kopftuch. Nicht wenige Menschen aus unserem christlich geprägten Kulturkreis sehen im Kopftuch muslimischer Frauen ein Zeichen von Frauenunterdrückung. Hinter dieser Haltung steckt meines Erachtens eine große Überheblichkeit gegenüber einer anderen Kultur. Ich sehe es so: die Frauen können nur selbst entscheiden, ob und warum sie ein Kopftuch tragen. Es gibt sehr freie muslimische Frauen mit Kopftuch. Und wie und wann Frauen aus anderen Kulturkreisen ihre Befreiung vom Patriarchat gestalten ist ganz und gar allein ihre Sache. Ein islamischer Feminismus hat sicher ganz andere Formen als unserer. Das ist doch spannend, da können wir uns gegenseitig bereichern.

Passend zum Thema hat mich meine Tochter neulich mit Jilet Ayse bekannt gemacht: die macht richtig geile Satire und bringt die ganzen deutschen Vorurteile so auf den Punkt, daß einer die Spucke wegbleibt. Ich habe sie jedenfalls in mein Herz geschlossen. Unbedingt ansehen: #Projektion auf Youtube.

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In der neuen Oya ist ein Text von Donna Haraway aus ihrem Buch Unruhig bleiben abgedruckt. Sie wird dort übrigens als Trickster bezeichnet. Sehr zutreffend. Als ich im letzten Jahr ihr Buch las, brauchte ich eine Weile, bis ich mich an ihre eigenwillige Ausdrucksweise gewöhnt hatte (und muss an dieser Stelle noch mal der Übersetzerin meine Bewunderung aussprechen), aber genau diese Art zu sprechen öffnet neue Denkwege. Unbedingt empfehlenswert!

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Neulich kam ich mit einer ehemaligen Hebamme ins Gespräch. Es ging um den ungezügelten Aktionismus des Gesundheitsministers Spahn: er will alle zu Organspendern machen, die nicht widersprechen und die Masernimpfung zur Pflicht machen, notfalls unter Androhung von hohen Bußgeldern. Alles natürlich zum Wohle des Volkes. Er weiß, was gut für uns ist. Das ist genau die Art von Zwangsbeglückung, auf die ich gut verzichten kann.

Man konnte in den letzten Wochen gut verfolgen, wie solche Kampagnen vorbereitet werden. Alle bekannten Medien haben mitgemacht: es wurde fast täglich von neuen Masernausbrüchen berichtet. Es wurde immer wieder betont, wie gefährlich Masern sind und wie egoistisch, ideologisch verblendet und verantwortungslos gegenüber immungeschwächten Menschen sich Eltern verhalten, die ihre Kinder nicht impfen lassen. Wenn sowas jeden Tag in der Zeitung steht und im Radio alle halbe Stunde in den Nachrichten kommt, fangen irgendwann immer mehr Leute an, das zu glauben. Daß es heute keine unabhängige Forschung mehr gibt, daß Pharmafirmen Ärzt*innen in Pharmakologie fortbilden, daß ebendiese Firmen mit Medikamenten keinen Reibach mehr machen können, wohl aber mit Impfstoffen – all das wird nicht erzählt. Diejenigen, die sich gegen Zwangsimpfungen aussprechen, setzen sich mittlerweile einem gewaltigen Shitstorm aus. Kein Mensch weiß wirklich, was Impfungen im Immunsystem anrichten. Es gab mal die Vermutung, daß die rasant ansteigende Heuschnupfenrate und die Einführung der Masernimpfungen zusammenfielen. Zufall oder nicht, ich weiß es nicht. Aber diese Dinge werden nicht weiter untersucht. Wir können nicht wissen, wie sich unsere Eingriffe im Gewebe des Lebens auswirken. Sie wirken nicht linear, das steht fest, aber alles Weitere entzieht sich unserem intellektuellen Fassungsvermögen. Aber wir können mittlerweile wissen, daß jeder Eingriff ungeahnte Folgen auf das Große Ganze hat.

Ich habe wie fast alle Kinder meiner Generation Masern durchgemacht, meine Kinder ebenso (meinen Sohn habe ich impfen lassen, weil ich damals noch an die Schulmedizin glaubte; er hat dann aber doch Masern bekommen): Ich kenne keine Person in meinem Umkreis, die durch Kinderkrankheiten nachhaltig geschädigt wurde.

Wenn Herr Spahn sich wirklich solche Sorgen um unser aller Gesundheit macht, könnte er sich bei unserer Landwirtschaftsministerin Klöckner energisch für das Verbot aller Ackergifte einsetzen. Die sind nämlich mittlerweile überall, habe ich heute gelesen: im Boden, in der Luft, im Wasser – es gibt keine unbelasteten Bereiche mehr.

 

 

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