Technik

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Nebelkrähen in Berlin

Heute Nacht bin ich von meinem viertägigen Berlin-Aufenthalt zurückgekommen. Das dritte Modul bei Ilan Stephani. Sehr toll, sehr aufrührend, sehr beunruhigend, weil es sich ergab, daß auch 5G, also das neue geplante Mobilfunknetz, zum Thema wurde. Das ist so gruselig, daß es mir schlechten Schlaf bescherte. Im Grunde ist es so, als legte man alles Lebendige in die Mikrowelle. Wer braucht so was? Wer braucht überhaupt den ganzen Quatsch? Wer braucht z. B. Elekroautos? Na, die Leute, die allen Ernstes annehmen, daß sie damit der Umwelt was Gutes tun. Tun sie aber nicht, im Gegenteil. Mal von den dafür gebrauchten Rohstoffen gehört? Von der Entsorgung der Akkus? Den Arbeitsbedingungen der asiatischen Menschen, die die Akkus herstellen? Wir brauchen nicht mehr Autos, sondern deutlich weniger. Und wir brauchen auch keine Solaranlagen, die die Landschaft verschandeln und in der Herstellung alles andere als ökologisch sind. Das gilt auch für die Windkraftanlagen. Von all diesen Sachen brauchen wir viel, viel weniger. Dafür brauchen wir mehr echten Kontakt, Berührung, weniger Arbeit, Freude, Lachen, Tanzen und unbändige Lebenslust.

Quasi folgerichtig hat die Technik mir seit gestern Probleme gemacht: In dem kleinen Café in Berlin, in dem ich gefrühstückt habe, stand ein handgeschriebenes Schild: Wir haben kein WLAN – unterhaltet euch! Darüber habe ich mich so gefreut, daß ich es fotografieren wollte. Ich fragte, ob das ok sei. Der Mann hinter dem Tresen sagte: „Du kannst hier alles fotografieren, was du willst.“ Ich holte die Kamera raus und der Akku machte schlapp. Auf dem Weg zum Tagungsort sah ich dann unzählige attraktive Motive, die ich alle nicht fotografieren konnte. Mist!

Abends im Zug bekam ich eine SMS, die ich beantwortete. Dann gab mein Handy den Geist auf. Ich nahm die SIM-Karte raus und steckte sie wieder rein – nichts! Ich bat einen Mann um Hilfe, der dasselbe machte – wieder nichts. Zwischendurch ging das Handy mal wieder für zwei Minuten, dann war alles vorbei. I. wollte mich in Kiel abholen. Ich kam ins Schwitzen. Was, wenn der Zug derbe Verspätung hätte, wie das nicht so ungewöhnlich bei der DB ist. Der Mann, der mir geholfen hatte, bot mir sein Handy an. Tja, aber ich habe doch die ganzen gespeicherten Nummern nicht im Kopf. Wie abhängig man mittlerweile von diesen Geräten ist!

Ich kam dann pünktlich an und tröstete mich damit, daß ich zu Hause noch eine SIM-Karte habe. Heute beschloss ich dann aber erst mal in einem Handyladen, wo letztes Jahr der Display meines Geräts repariert wurde, nachzufragen, ob wirklich die SIM-Karte das Problem ist. Ich war in zwei Läden und in beiden hat man mir nach eingehender Untersuchung versichert, daß das Handy kaputt ist und eine Reparatur nicht lohnt. Ich habe es erst vor eineinhalb Jahren geschenkt bekommen: ein schönes handliches Tastenhandy von 2009, aber völlig unbenutzt, was alles konnte, was ich von einem Handy will: die Uhrzeit und das Datum anzeigen, mir auf Reisen als Wecker dienen, geeignet zum Telefonieren und SMS-Schreiben. Ich mochte es! Wie schade! Jetzt habe ich ein Smartphone und muss die ganzen Nummern manuell eingeben, weil es nicht möglich war, sie von meinem alten Handy zu übertragen. Und Google nervt mich jetzt schon. Na, ich werde mich langsam eingrooven.

Und weil aller guten Dinge drei sind, hat Lenchen sich heute Morgen auf die Tastatur meines Laptops gesetzt, als ich meine Mails abrufen wollte. Als ich sie hochnahm, blieb sie mit einer Kralle hängen und riss dabei eine der Tasten ab. Ich kroch auf allen Vieren durch mein Wohnzimmer, aber gefunden habe ich sie nicht.

Es gibt aber auch Grund zu Freude: was die Fridays for Future-Bewegung losgetreten hat (in der Süddeutschen gab es einen Aufruf, die jungen Leute zu unterstützen, u. a. unterschrieben vom sehr geschätzen Noam Chomsky) und auch was der YouTuber Rezo an den Start bringt: super! Ich begrüße es sehr, daß sie die Politikercharaktermasken das Fürchten lehren. Eine Mitteilnehmerin aus Österreich zeigte offen ihre Freude am Absturz der Regierung. Ja, es kommt was in Bewegung, das ist toll!

 

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