Ahninnenfest

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Vor einigen Wochen hatte ich das Bedürfnis, das Ahninnenfest mal wieder mit Anderen zusammen zu feiern. Ich lud einige Freundinnen ein, die ich gern dabei haben wollte, und sie kamen. Es war richtig schön! Wir feierten dieses Mal nicht draußen und die rituellen Formen hielten sich in Grenzen. Wir bauten einen schönen Altar mit Fotos und Symbolen. Dann trugen wir zusammen, wie wir das Fest gestalten wollten. Nachdem wir mit dem Begrüßen der sechs Richtungen und Räuchern mit Salbei den heiligen Raum geschaffen hatten, erzählte jede etwas zu den Gestorbenen aus ihrem Kreis: was wir ihnen verdanken, aber auch Schwierigkeiten, die wir im Kontakt mit ihnen hatten. Das war sehr interessant. Mir wurde klar, daß es die sogenannte heile Familie kaum gibt. In wohl fast jeder Familie gibt es Tabuzonen, Dinge über die nicht gesprochen wurde, Lügen und Vertuschungen, die auf die Dauer zu vermeintlich unverständlichen Störungen im familiären Gefüge führen. In diesem Zusammenhang machen meines Erachtens Familienaufstellungen durchaus Sinn, um Licht ins Dunkel zu bringen (aber bitte nicht nach Hellinger: ich habe mal Vorträge von dem auf CD gehört, da ist mir schlecht geworden. So ein eingefleischt patriarchaler Typ!) Sehr gefreut habe ich mich, daß auch gestorbene Tiere anwesend waren: meine kleine Skadi und der Hund einer Freundin.

Wir haben gesungen und anschließend die Leckereien gegessen, die jede mitgebracht hat. Ein Teller war für die Ahninnen, den habe ich später in den Knick gestellt.

Außer von meinem Vater, Norbert und Skadi habe ich auch von Ute Schiran erzählt. Ich bin ihr so dankbar für das, was ich durch sie bekommen habe und sie ist seitdem immer in meinem Herzen. Heute habe ich viel an sie gedacht und mal wieder in ihren Küstensaum der Zeit kreuz und quer gelesen. Sie war schon eine Wissende!

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Auf meinem Spaziergang durch Wald und Feld traf ich keine Menschenseele. Dafür wurde ich aber Zeugin der Damhirschbrunft. Die Hirsche mit ihren mächtigen Geweihen geben den ganzen Tag und auch nachts sehr laute grunzende Brunftlaute von sich. Leider widersetzten sie sich meinen fotografischen Bemühungen. Auch die Kolkraben waren schneller als ich mit meiner Kamera.

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Ich wurde zweimal von einem heftigen Schauer überrascht, bekam aber zum Trost auch zweimal einen Regenbogen zu sehen.

Zur Zeit lese ich ein sehr interessantes Buch, das mir mein Nachbar T. geliehen hat: Siegfried und Kriemhild von Jürgen Lodemann, die Nibelungensage in Romanform. Lodemann hat sehr viel recherchiert und historische Quellen verglichen. Angenehmerweise hat er die Anmerkungen in roter Schrift in den Text eingefügt, so daß eine nicht ständig im Anmerkungenteil blättern muss. Er stellt sehr deutlich den geschichtlichen Hintergrund dar: die im Untergang befindliche Römerherrschaft ebenso wie die grausamen Missionierungen der Kirche. Deutlich wird, wie wenig die kirchlichen Lehrmeinungen und Dogmen mit den Lehren und der offensichtlich lebensfrohen Persönlichkeit des Nazareners zu tun haben. Es ist immer dasselbe: sobald die Lehren einer Person zur Schaffung einer Institution benutzt werden, führt das in eine lebensfeindliche geistige Monokultur. Mit der Darstellung der germanischen Mythologie bin ich allerdings nicht einverstanden: da wird Freya als Tochter von Thor dargestellt. Das ist schlicht falsch und macht keinen Sinn.

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