Erdkörperin

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Lenchen lebt voll und ganz in ihrer kleinen Katzenkörperin.

Nach dem schönen Ahninnenfest wollte ich auch die Wintersonnenwende mit anderen Menschen begehen. Während ich noch darüber nachdachte, kam eine Einladung meiner Freundin Katja Langbehn, Tänzerin und Körperarbeiterin, für diesen Tag. Ich habe mich  sehr gefreut, endlich mal eine ganz andere Art von Ritual mit ganz anderen Menschen zu erleben.

Heute trafen wir uns in Kiel: 18 Frauen und 2 Männer standen zunächst bei schönstem Sonnenschein im Freien auf einer Wiese und spürten ihre Verbindung mit der Erde (standing-with-the-earth.com):

This is a call.
Not a call for arms.
A call to stand.
To stand with the Earth.

Lucia Renée

Anschließend ging es nach drinnen. Dort gab es ein kleines Ritual nach Joanna Macy. Katja führte uns in die Idee der Kontaktimprovisation ein, eine Art freier Tanz, die in den 1960er Jahren entwickelt wurde und sich gegen jegliche Art von Hierarchien wendete (die Hierarchie des Lehrers gegenüber dem Schüler, des Tanzenden gegenüber dem Publikum, des Kopfes gegenüber dem Körper). Während sie erzählte, führte sie es zusammen mit einer Mittänzerin vor. Und dann machten wir alle Kontaktimprovisation, krochen über Körper, schlängelten uns an Körpern entlang, wurden handfest berührt und berührten, rieben uns aneinander, erfanden tanzend neue Bewegungen. Es war ein Riesenspaß, ein großer Genuss, ein wohliges ganzkörperliches Erlebnis. Ich habe dabei sehr wenig gedacht, ich war einfach ganz in meiner Körperin (ich mache mir das Wort Körperin von Ilan Stephani zu eigen, da ich als weiblicher Mensch genau das bin). Irgendwann setzte dann doch mal das Denken ein: bekanntermaßen tanze ich sehr gern und wenn alles passt, in vollständigem Flow. Vor Jahren sagte mir ein Gruppenleiter, er habe mir beim Tanzen zugesehen und es zunächst anregend und interessant gefunden. Aber nach einer Weile fand er, es sei doch immer die gleiche Art von Bewegung gewesen. Seine Missbilligung war unüberhörbar. Nun tanze ich ja nicht, um anderen zu gefallen und eine Vorführung hinzulegen, sondern ausschließlich für mich selbst. Und wenn dann das Denken aufhört, bin ich „in the zone“, was ein absolut begnadeter Zustand ist. Die Urteile anderer spielen dann wirklich überhaupt keine Rolle.

Unsere Körper*innen sind das, wodurch wir auf dieser Planetinnenkörperin leben. Wir sind Erde. Zweitausend Jahre christliche Religion haben uns kollektiv entfremdet von Körper*in und Erdenkörperin. Wir sind es gewohnt, dem Kopf die Herrschaft über Körper und Erde zuzuschreiben. Wohin das geführt hat, sehen wir jetzt. Und alle Versuche der Herrschenden, dem Klimawandel zu begegnen führen zu nichts, das hat man bei der Klimakonferenz in Madrid mal wieder deutlich gesehen. Weil sie das Problem mit dem Kopf angehen und der sagt: „Aber die Wirtschaft…“ Wenn der Klimawandel sich so fortsetzt, wie es zur Zeit aussieht, dann gibt es in kürzester Zeit überhaupt keine Wirtschaft mehr.

Ich bin davon überzeugt, daß sich alles alles alles ändern würde, wenn wir wieder voll und ganz in unseren Körpern und Körperinnen lebten. Und nach meiner eigenen Erfahrung ist der alles entscheidende Raum in unseren Körper*innen das Becken mit dem Wurzelchakra und dem Sexualchakra, der Raum, in dem Lust und Leben entstehen.

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